FAZ 19.04.2002
JOHANNESBURG, 18. April.
Die beiden Gegner in der seit vier Monaten dauernden Krise in Madagaskar haben
am Donnerstag ein Abkommen unterzeichnet. Präsident Ratsiraka und sein
Herausforderer Ravalomanana einigten sich darauf, das umstrittene Wahlergebnis
der Präsidentenwahl vom 16. Dezember zu überprüfen. Nach Darstellung
der Opposition hat Ravalomanana damals die absolute Mehrheit der Stimmen erzielt.
Weil Ratsiraka jedoch auf einer zweiten Wahlrunde beharrte, kam es zu der Krise,
in deren Verlauf eine Protestbewegung Ravalomanana zum Präsidenten machte.
Unabhängige Wahlbeobachter hatten der Regierung schwerwiegende Wahlmanipulationen
vorgeworfen. Bestätigt die beschlossene Überprüfung die Manipulationen,
soll innerhalb von sechs Monaten eine neue Wahl angesetzt werden. Die Zeit soll
eine Übergangsregierung überbrücken. Das Oberste Gericht von
Madagaskar hatte am Dienstag das Wahlergebnis für nichtig erklärt.