RP online 26.05.2010
25 Jahre nicht mehr gesehen. Delacour-Zwergtaucher für ausgestorben erklärt - Die Welt ist wieder um eine Tierart ärmer: 25 Jahre wurde der Delacour-Zwergtaucher (Tachybaptus rufolavatus) bereits nicht mehr gesichtet, nun hat eine internationale Vogelschutzorganisation den auf Madagaskar heimischen Lappentaucher offiziell für ausgestorben erklärt. - "Den Verdacht, dass der Vogel nicht mehr existiert, gab es natürlich schon länger", erklärte BirdLife International. Die weltweite Partnerschaft von Naturschutzorganisationen ist zuständig für die Rote Liste gefährdeter Vogelarten.
Wissenschaftler wollten den Vogel, der im entlegenen Osten der afrikanischen Insel beheimatet war, nicht übereilt für ausgestorben erklären. Doch auch bei einer ausgedehnten Suche im vergangenen Jahr wurde der Vogel nicht mehr gesichtet. >>>>>
Der Standard 30.03.2010
Bislang unbekannter Riesenmausmaki entdeckt - Wissenschafter fanden "neue" Lemurenart in der Dornenwaldregion Ranobe im Südwesten der Insel - Forscher haben auf Madagaskar eine bisher nicht bekannte Lemurenart entdeckt, wie der WWF am Dienstag mitteilte. Bei dem bisher unbekannten Tier handle es sich um die Unterart eines Riesenmausmaki, von dem bisher nur zwei Arten bekannt waren. Die Wissenschafter sichteten das Säugetier in der Dornenwaldregion Ranobe im Südwesten der Insel während einer WWF-Expedition.
Das genannte Gebiet wurde jüngst auf Betreiben des WWF als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Von den bekannten 94 Lemurenarten werden 30 auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion als bedroht geführt. "Die von uns beobachtete Art unterscheidet sich von seinen bisher bekannten Verwandten durch auffallend rote bis rostfarbene Flecken des Rückenfells" sagte der Zoologe Charly Gardner, der Teil des WWF Expeditionsteams war. "Das Bauchfell ist ebenfalls auffallend hell in der Färbung, zudem besitzt das Tier einen markant roten Schwanz".
"Achter Kontinent" - Unter Wissenschaftlern gilt Madagaskar als "achter Kontinent". >>>>>
WELT ONLINE 22.02.2010
Der lange Finger des Aye-Aye - Auf Madagaskar lebt das Fingertier, auch Aye-Aye genannt.Ein kleines, schwarzes, nachtaktives Wesen mit großen Augen, dem die Evolution einen langen, dünnen Mittelfinger mitgegeben hat.Mit seinen scharfen Zähnen ritzt es nachts die Rinde von Bäumen an und pult in dem kleinen Loch mit seinem langen, stöckchenartigen Finger so lange herum, bis es eine Made oder einen Käfer findet. Da das Aye-Aye von Internet-Usern und Zoobesuchern zu einem der hässlichsten Tiere der Natur gekürt wird, kann man es als Berühmtheit bezeichnen.Doch Biologen finden das Tier auch abseits seiner Skurrilität erwähnenswert: Es ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass sich manche Eigenschaften nicht nur einmal, sondern mehrfach im Laufe der Evolution entwickelt haben.Das Fingertier besetzt als Rinden-Puler auf Madagaskar die ökologische Nische, die in Europa und Nordamerika Spechte besetzen. >>>>>
Regenwald Report 1/2010
Madagaskar: Raubmord im Paradies - Madagaskar zählt zu den artenreichsten Gebieten der Erde. Auf der großen roten Insel im Indischen Ozean leben mehr endemische Tiere und Pflanzen als sonst auf der Welt. Doch seit einem Jahr spielt sich im Land der Lemuren eine Tragödie ab: Holzhändler fallen über die letzten Regenwälder in den Nationalparks her und verschiffen die illegal gefällten Edelhölzer in alle Welt. Vor allem Rosenholz ist ein begehrtes Luxusgut für Möbel und Musikinstrumente - >>>>>
NZZ 03.12.2009
Zoo Zürich reicht Petition ein. Schutz vor illegalem Holzschlag in Masoala Nationalpark in Madagaskar - Der Masoala Nationalpark in Madagaskar soll besser vor illegalem Holzschlag geschützt werden. Eine entsprechende Petition hat der Zoo Zürich dem madagassischen Minister für Umwelt und Wald, Edelin Calixte Randriamiandrisoa, übergeben. - Der Zoo Zürich hat eine Petition eingereicht, die einen besseren Schutz des Masoala Nationalparks in Madagaskar vor illegalem Holzschlag fordert. Die Petition wurde dem madagassischen Minister für Umwelt und Wald, Edelin Calixte Randriamiandrisoa, übergeben.
(...)
Randriamiandrisoa, der erst seit wenigen Wochen im Amt ist, habe erklärte, dass seine Regierung mit einer Taskforce den illegalen Holzschlag weitgehend gestoppt und die administrativen Abläufe zum Export dieser Hölzer verschärft hat. Er zeigte sich entschlossen, jegliches nach dem 30. November 2009 noch gelagertes Rosen- und Ebenholz durch das Umwelt- und Forstministerium konfiszieren zu lassen. >>>>>
Daily Net 29.10.2009
Giftwrack schädigt Mensch und Wal - WWF-Report: Gravierende Schäden für lokale Bevölkerung und Tierwelt an Madagaskars Küste - Tonnen von Giftmüll, die nach der Havarie eines türkischen Frachters im August vor Madagaskar, ausgetreten sind, haben ein Walsterben und weitreichende Schäden für die Bevölkerung und Umwelt verursacht. Laut eines aktuellen WWF-Reports gleichen einige Strandabschnitte regelrechten Todeszonen.
Allein im Monat September strandeten neun Wale an der Küste, an der normalerweise drei tote Wale im Jahr verzeichnet werden. Die Einwohner der Region leiden unter Atemwegserkrankungen, Durchfall und Hautkrankheiten.
39.000 Tonnen Phosphat, 568 Tonnen Öl, 66 Tonnen Diesel und 8000 Liter Schmierstoffe sind aus dem Wrack des verunglückten türkischen Frachter Gulser Ana ins Meer geflossen. Der Unfall ereignete sich zur Wurfzeit in einem Meereskorridor der zur Kinderstube der Buckelwale führt, da die bedrohten Meeressäuger vor der Insel La Reunion ihre Jungen zur Welt zu bringen. "Wie Menschen auch leiden die Wale jetzt unter Atemwegsproblemen, die von Dieselausdünstungen verursacht werden. Wenn sie durch einen giftigen Ölteppich auftauchen, um Luft zu holen, führt die Verstopfung der Atemwege oft zum Tod der Wale" sagt Stephan Lutter, WWF Experte für Meeresschutz. >>>>>
Wissenschaft Online 20.10.2009
Größte Radnetzspinne der Welt entdeckt - In Afrika und auf Madagaskar haben Forscher eine neue Riesenspinnenart entdeckt. Nephila komaci erreicht eine Körperlänge von bis zu 3,8 Zentimetern und eine Beinspanne von bis zu 12 Zentimetern. Wie die Entdecker Matjaž Kuntner von der slowenischen Akademie der Wissenschaften in Ljubljana und Jonathan Coddington vom Smithsonian Museum of Natural History in Washington D.C. berichten, ist sie damit die größte Radnetzspinne der Welt.
Allerdings entwickeln sich nur die Weibchen von Nephila komaci zu Riesinnen. Während sie zu kleinen Giganten heranwachsen, erreichen die Männchen nur etwa ein Fünftel dieser Größe. Ein solcher stark ausgeprägter "sexueller Dimorphismus" ist typisch für die Gattung der Seidenspinnen.
Ebenfalls außergewöhnlich sind die Netze der Spinnen. >>>>>
tt.com 15.10.2009
Umweltorganisationen rufen zu Holzboykott auf - "Wenn es keinen Markt mehr dafür gibt, wird auch nicht mehr gefällt", erklären mehr als ein Dutzend Umwelt- und Naturschutzorganisationen und rufen zum Edelholzboykott auf. - (...) Edelhölzer illegal in Naturschutzgebieten gefällt -
Der Boykott soll dazu beitragen, dass die seit der Machtübernahme durch Ex-Disc Jockey Andry Rajoelina (35) Mitte März in Naturschutzgebieten illegal gefällten Stämme keine Käufer finden. Zwar habe die international isolierte Regierung bestätigt, dass alle sichergestellten Edelhölzer illegal gefällt wurden. Dennoch habe sie den Export mehrerer hundert Container mit Rosenholz genehmigt, kritisieren die Naturschutzorganisationen.
Sie beklagen zudem, dass gut organisierte, bewaffnete Banden bei monatelangen Raubzügen seltene Lemuren gewildert und einige Arten an den Rand der Ausrottung gebracht haben. >>>>>
Forum Madagaskar 11.09.2009
Umweltkatastrophe vor Faux Cap - Hilfsmaßnahmen sofort eingeleitet - Entgegen anders lautender Berichte einiger deutschen Medien erklären Beobachter vor Ort, dass Hilsmaßnahmen zur Vermeidung einer größeren Umweltkatastrophe bereits kurz nach der Havarie des türkischen Frachters MS "Gulser Ana" eingeleitet worden seien.
"Das Schiff liegt 12 km westlich von Faux Cap ca. 250 m vom Strand entfernt und ist im Heckbereich aufgebrochen. Ein ca. 25 km langer Ölstreifen lag auf dem Meer, der wegen des von Land kommenden Windes abtrieb.", berichtet ein deutscher Unternehmer und Privatpilot aus Fort Dauphin, der bereits am 30.08. als erster Pilot mit drei Vertretern einer Versicherung aus London über die Unglücksstätte flog. >>>>>
ZEIT/dpa 05.09.2009
Umwelt: Politchaos behindert Säuberung vor Madagaskar - Ein handfestes politisches Chaos behindert die Beseitigung der Ölkatastrophe vor Madagaskar. Da bis Montagabend eine neue Koalitionsregierung gebildet werden soll, sind viele Zuständigkeiten innerhalb der Regierung nach Medienberichten vom Samstag ungeklärt.
Umweltschützer befürchten, dass das die Säuberung der ölverklebten Strände in Frage stellen könnte. Die Havarie des Tankers «Gulser Ana» hatte sich vor einer Woche vor dem nur schwer zugänglichen Südzipfel der Insel ereignet.
Das Umweltdrama in einer der ökologisch wertvollsten Regionen der Welt bedroht vor allem die Buckelwale, die gerade dort zum Kalben in ihre Winterquartierte vorbeiziehen. >>>>>
FOCUS 01.09.2009
Frachter löst Umweltkatastrophe vor Madagaskar aus - Ein vor Madagaskar havarierter türkischer Frachter hat nach Medienberichten im Süden der Tropeninsel eine Umweltkatastrophe ausgelöst. - Das 189 Meter lange und 30 Meter breite Frachtschiff MS „Gulser Ana“ war mit 39 000 Tonnen Phosphat Fracht am 26. August vor Madagaskars Südzipfel in Seenot geraten. Seitdem gelangten aus dem von der Besatzung aufgegebenen Schiff nach Angaben der Zeitung „L´Express“ 383 Kubikmeter Diesel und 7000 Liter öl- und fäkalienverseuchtes Abwasser sowie ein Teil des Phosphats ins Meer. Unklar ist bisher, ob es noch weitere Fracht an Bord gab. >>>>>
Berliner Zeitung 28.08.2009
MADAGASKAR: Lemuren als Delikatessen gejagt - Tierschutz-Organisation deckt die illegale Jagd nach vom Aussterben bedrohten Lemuren auf. - Als Madagaskars Präsident Marc Ravalomanana vom Militär und einem ehemaligen Discjockey im März aus dem Amt geputscht wurde, war dies international eine Fußnote. Weltpolitisch ist die ostafrikanische Insel unbedeutend. Nicht aber ökologisch.
Die viertgrößte Insel der Erde hat eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt. Umweltschutz ist sogar in der Verfassung als Staatsziel festgeschrieben. Doch genau darum kümmert sich seit März niemand mehr. Wilderer nutzen die wirre politische Lage gnadenlos aus. Sie jagen die ausschließlich auf Madagaskar lebenden und vom Aussterben bedrohten Lemuren, häuten, schlachten und verkaufen sie als Delikatesse an einheimische Restaurants. >>>>>
Der Standard 25.08.2009
Wenig Chancen für die seltenste Ente der Welt - Laut Tierschützern gibt es von der Madagaskar-Moorente nur mehr 19 Exemplare - Aufbau einer ständigen Brutstation geplant - Die seltenste Ente der Welt, die Madagaskar-Moorente (Aythya innotata), soll vor dem völligen Verschwinden gerettet werden. Wie die drei Organisationen Wildfowl and Wetlands Trust (WWT), Durrell Wildlife Conservation Trust (Durrell) und der Peregrine Fund am Dienstag mitteilten, gibt es nur noch 19 Exemplare dieser Tauchente; sie ist damit unmittelbar vom Aussterben bedroht.
Ursprünglich galt sie schon Anfang der 1990er Jahre als ausgerottet, doch wurden 2006 einige Exemplare auf der Tropeninsel entdeckt. >>>>>
Greenpeace: Schutzprogramm für «seltenste Ente der Welt» >>>>>
n-tv 14.08.2009
"Ballett der Meeressäuger" - Wal-Festival vor Madagaskar - Walbeobachtungen gehören derzeit zu den touristischen Hauptattraktionen auf der Tropeninsel Madagaskar. Vor allem die vorgelagerte ehemalige Pirateninsel Sainte Marie bietet sich noch bis in den September hinein dafür an. Dort kann vom Strand aus verfolgt werden, wie die tonnenschweren Buckelwale aus dem Wasser springen.
Vom 27. bis 30. August steht nach Angaben der Veranstalter in Antananarivo die gesamte Insel im Zeichen eines "Wal-Festivals". Besucher, die das "Ballett der Meeressäuger" aus der Nähe sehen wollen, haben die Möglichkeit, an Walbeobachtungsfahrten per Motorboot teilzunehmen. >>>>>
NZZ 25.06.2009
Schattenseiten des Masoala-Nationalparks in Madagaskar - Warum der Park den Lebensraum der lokalen Bevölkerung bedroht - Der zum Schutz der Biodiversität vor zwölf Jahren gegründete und vom Zoo Zürich unterstützte Masoala- Nationalpark in Madagaskar bedroht die Lebensgrundlage vieler lokaler Bauern. Nur die Verschiebung der Grenze könnte den Konflikt entschärfen. - (...) Ein Viertel der Bevölkerung von Ambanizana hängt existenziell von Land ab, das in die Kernzone des Parks eingezont wurde. 60 Prozent der betroffenen Haushalte besitzen kein anderes Land, für die übrigen repräsentiert das Land im Park mindestens die Hälfte ihrer Lebensgrundlage. Niemand hat eine finanzielle Kompensation oder anderes Land ausserhalb der Schutzzone erhalten. Der derzeitige Parkdirektor hat erkannt, dass dies ein sozial unhaltbarer Zustand ist. >>>>>
Epoch Times 11.06.2009
Illegaler Holzeinschlag. Ohne Wald keine Geister. Ohne Geister kein Wald. - Holzeinschlag auf Madagaskar bedroht altertümliche Tier- und Pflanzenformen - Manch einer hat Kattas, die putzigen Lemuren mit geringeltem Schwanz, schon in einem Zoo gesehen. Lemuren sind eine alte Tierart der Gattung Feuchtnasenaffen. Je nach Art werden die Lemuren zwischen 12 (Mausmaki) und 80 Zentimeter (Indri) groß. Viele der 30 Lemurenarten sind nachtaktiv. In ihrer Heimat auf Madagaskar werden sie ehrfürchtig Waldgeister genannt. >>>>>
taz 10.06.2009
Holzmafia auf Madagaskar. "Gebraucht wird Rosenholz" - Seitdem auf Madagaskar das politische Chaos ausgebrochen ist, eskaliert der Raubbau in den Regenwäldern. Mit Radiodurchsagen werden kleine Banden beauftragt, geschützte Holzarten zu besorgen. - Das Radio knistert ein wenig, während der Nachrichtensprecher im Lokalfunk das Wetter für den Nordosten Madagaskars verliest. Weiterhin regnerisch, nichts Besonderes in der Region rund um die Hafenstadt Vohémar - den neuen, madagassischen Namen Iharana benutzt hier kaum jemand. Es folgen Ankündigungen. "Gebraucht werden 20 Stämme Rosenholz, Stamm mindestens ein Meter Durchmesser, zu liefern bis in einer Woche." Es folgt der Name des Abnehmers und der Verschiffungshafen: Vohémar.
"Von solchen Durchsagen hören wir im Moment immer wieder", sagt Nanie Ratsifandrihamanana, Naturschutzdirektorin beim madagassischen WWF. "Was dann passiert, ist Folgendes: ... " - >>>>>
WWF 03.06.2009
Abholzung auf Madagaskar immer dramatischer. Umweltschützer und Regierungsvertreter unterzeichnen dringenden Appell - Mit einem eindringlichen Appell haben Vertreter mehrerer Staaten und Umweltorganisationen, darunter die Bundesrepublik Deutschland und der WWF, zum Stopp der Entwaldung Madagaskars aufgerufen. In einem gemeinsamen Communiqué machen die Unterzeichner auf die immer dramatischere Naturzerstörung aufmerksam, und fordern stärkere Bemühungen zum Schutz der Wälder.
Besonders der illegale Holzeinschlag hat in den vergangenen Monaten extrem zugenommen, vor allem in den Schutzgebieten Masoala und Marojejey im Nordosten. Die Unterzeichner fordern sofortige und umfassende Schutzmaßahmen vor allem für diese Nationalparks, aber auch die anderen Waldgebiete auf Madagaskar. Umgehend müssten strengere Gesetze zur Kontrolle des Holzhandels und eine bessere Überwachung der Schutzgebiete umgesetzt werden. Die Regierung Madagaskars sei aufgefordert zu zeigen, dass sie es mit dem Naturschutz auf der Insel ernst meint.
"Uns ist bewusst, dass die illegale Entwaldung ein altes Problem ist, gegen das die Regierung schon viel unternommen hat, allerdings sind die neuen Probleme hausgemacht", so WWF Madagaskar-Expertin Dorothea August.
(...) "Das größte Problem ist der kriminelle Handel mit Holz, das ohne Herkunftsnachweis als Möbelstücke oder Papier vor allem in Europa und den USA landet" >>>>>
Financial Times 04.05.2009
Madagaskar. Deutsche entdecken 130 neue Froscharten - Bis zu 465 unterschiedliche Froscharten bevölkern insgesamt das Naturparadies im Indischen Ozean, vermuten deutsche Biologen. Gerade erst entdeckt, warnen die Forscher aber schon vor ihrem Aussterben: Der Lebensraum der Tiere ist stark bedroht. - Deutsche Biologen um den Braunschweiger Professor Miguel Vences stießen auf diese unerwartet große Artenvielfalt, als sie über 2800 erwachsene Amphibien und deren Kaulquappen an 170 Orten auf der Insel im Indischen Ozean untersuchten - eine bislang beispiellos vollständige Bestandsaufnahme.
(...) Bis zu der neuen Arbeit, die in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS") nachzulesen ist, waren auf Madagaskar 244 Froscharten bekannt. Jetzt sind es mindestens 373, vielleicht 465. "Die derzeitige Zerstörung des Lebensraumes auf Madagaskar könnte viel mehr Arten bedrohen, als bisher angenommen", warnen Vences und seine Kollegen aus Darmstadt, München, Madrid und Turin. >>>>>
proplanta 19.04.2009
Weiße in Afrika - Angst vor neuem Kolonialismus - Südafrikas Farmer schauen nach Norden - Im bisher größten Land-Geschäft des Kontinents haben sie sich nach eigenen Angaben zehn Millionen Hektar Ackerboden in der Republik Kongo gesichert - knapp ein Drittel der Staatsfläche. Der gesamte Kap-Staat selbst verfügt gerade mal über etwas mehr als die Hälfte an Farmland. Nach Angaben des Farmer-Verbands AgriSA stehen 1.300 überwiegend weiße Farmer bereit, künftig am mächtigen Kongo-Strom die Scholle zu bestellen. Sie dürfen das Land 99 Jahre lang bewirtschaften, erklärte AgriSA-Vize-Präsident Theo de Jager.
Für diese Zeit falle keinerlei Pacht an. Das Abkommen ist der jüngste Fall in einem weltweiten Wettlauf um fruchtbare Agrarflächen in armen Ländern, der dort zunehmend die Angst vor einem neuen Kolonialismus schürt. Auf der viertgrößten Insel der Welt - dem vor Afrikas Küste gelegenen Inselstaat Madagaskar - scheiterte der südkoreanische Mischkonzern Daewoo gerade beim Versuch, die Hälfte der dortigen landwirtschaftlichen Nutzfläche langfristig zu pachten.
Die Ackerfläche von den Ausmaßen Schleswig-Holsteins sollte auf der koreanischen Halbinsel die Ernährung sichern und auf Madagaskar Arbeitsplätze schaffen. Die Pläne der Südkoreaner stießen bei der bitterarmen Insel-Bevölkerung auf Ablehnung - und werden als mitverantwortlich für die seit Januar schwelende schwere politische Krise angesehen. >>>>>
Gießener Anzeiger/dpa 17.04.2009
"Natur ist Geisel der politischen Krise" - Sorge um Tropenwälder und Artenvielfalt auf Madagaskar - "Das Erbe Madagaskars geht verloren, die politische Krise wird schändlich ausgenutzt", stöhnt der Mitarbeiter einer westlichen Umweltorganisation auf der Afrika vorgelagerten Tropeninsel. Tierschützer schlagen zunehmend Alarm und berichten von einem alarmierenden Raubbau in den heimischen Wäldern, die derzeit gnadenlos von bewaffneten Banden geplündert würden.
(...) Durch den Machtkampf wurde der Verwaltungsapparat in fast allen Bereichen nahezu lahmgelegt. Vor allem aus den Nationalparks Masoala und Marojezy im Nordosten, der Heimat von Pfeffer und Vanille, dringen zunehmend Berichte über den illegale Einschlag von Edelhölzern an die Öffentlichkeit. Es ist zumeist Eben- und Rosenholz das "von der reichen lokalen Mafia in Verbindung mit ausländischen Profiteuren" geschlagen und vor allem nach China exportiert werde, berichten Umweltschützer. >>>>>
greenpeace 16.04.2009
Pro Wildlife e.V.: Ausverkauf von Madagaskars Artenreichtum - Madagaskars einzigartige Artenvielfalt ist bedroht: Tierschmuggler nutzen das derzeitige politische Chaos, um unbehelligt bedrohte Arten außer Landes zu schaffen. Dennoch diskutiert der Tierausschuss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens ab dem 20. April in Genf, das bisherige Handelsverbot für dutzende Reptilienarten aufzuheben. „Wird der Handel jetzt weiter geöffnet, wird die Situation völlig eskalieren“, warnt Daniela Freyer, die für Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt.
(...) Pro Wildlife fordert: Plünderung von Madagaskars Artenvielfalt stoppen.
„In der jetzigen Situation ist es nur schwer vorstellbar, dass in Madagaskar ein kontrollierter Handel mit begehrten Arten funktioniert“, so Freyer weiter. Die neue Regierung ist nicht demokratisch legitimiert, Wilderei, Schmuggel und Korruption boomen. In den letzten Monaten wurden in diversen Ländern geschützte Tiere und Pflanzen aus Madagaskar beschlagnahmt. >>>>>
Abendblatt 06.01.2009
Wie die Natur der tierischen Kälte trotzt - Eine Geschichte darüber, wie Tiere der Kälte trotzen, beginnt üblicherweise nicht auf einer tropischen Insel. Und doch führt sie mit Fug und Recht nach Madagaskar - in den Lebensraum des Westlichen Fettschwanz-Makis (Cheirogaleus medius), eines im Westen der Insel heimischen Halbaffen. Der etwa 20 Zentimeter lange und 200 Gramm schwere Säuger verbringt sieben Monate des Jahres im Winterschlaf, obwohl es in den Tropen keinen Winter, sondern nur eine etwas kühlere Trockenzeit gibt. >>>>>
Der Standard (A) 04.01.2009
4,75 Millionen Hektar Schutzfläche für evolutionäres Reservat - Madagaskar arbeitet sich weiter zu seinem Naturschutzziel vor - die Insel glänzt mit zahlreichen biologischen Einmaligkeiten - Die Republik Madagaskar hat sich das Ziel gesteckt, sechs Millionen Hektar Fläche als geschützte Zonen auszuweisen. In einer aktuellen Zwischenbilanz konstatierte der Generaldirektor des Umweltministeriums, Gérard Rambeloarisoain, dass in den vergangenen fünf Jahren bereits 4,75 Millionen Hektar Land-, Küsten- und Meeresflächen unter Naturschutz gestellt werden konnten. Sie kommen einem weltweit einzigartigen Lebensraum zugute. >>>>>